ABSEITS - zwei theatrale Einwürfe und ein Kurzfilm von Hans Steinbichler

Kurzfilm nach einem Opernlibretto von Albert Ostermaier und Uraufführungen von Natalia Blok und Friedrich Ani

Black Box
  • theater

Eintritt 11 €

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Der renommierte Filmregisseur Hans Steinbichler präsentiert am 27. und 28. Juni seinen neuen Kurzfilm nach einem Opernlibretto von Albert Ostermaier und mit zwei Uraufführungen von Natalia Blok und Friedrich Ani auch erstmals Arbeiten für das Theater.

REGIE Hans Steinbichler
BÜHNE UND KOSTÜME Stefanie Seitz
DRAMATURGIE Maren Zimmermann
PRODUKTIONSLEITUNG Elisabeth Schaetz

Was ist der Fußball in unserer Welt? Und was passiert mit unserem Gefühl für ihn? Diese Fragen stehen über dem Abend von Hans Steinbichler und verknüpfen drei Temperaturzonen menschlicher Abgründe: kühl, heißkalt und wutglühend ….

Wutglühend ist der PASOLINI-Film nach dem Opernlibretto DAS HEILIGE SPIEL von Albert Ostermaier: Clemens Schick rechnet als manischer Fußballliebhaber und exzessiver Regisseur Pier Paolo Pasolini erbarmungslos mit dem kommerziellen Fußball und dessen verkorkstem Verhältnis zur Homosexualität ab. Rabiat, hart, schmerzhaft. Pasolini schreit es heraus: „Warum muss denn der Fussball jeden Tag gegen die Liebe spielen…?“

Heißkalt knallen in ABSEITS GIBT‘S NICHT ein alter weißer Mann und eine junge Frau, Geburtsort Damaskus, auf einem nächtlichen Fußballfeld ineinander. Beide sind auf der Flucht. Vor sich selbst und vor einem wütenden Mob, der schon über sie abgestimmt hat. Er, Jugendfußballtrainer, steht unter Missbrauchsverdacht und sie, eine Torhüterin, ist angeblich auf der Suche nach ihrem Bruder, der zurück nach Syrien will. Am Ende des Stücks von Friedrich Ani ist jede scheinbare Gewissheit über zwei Außenseiter unserer Gesellschaft in Trümmern.

Tiefkühl sind die Gefühle eines Kiewer Hooligans in FOOTBALLFAN von Natalia Blok geworden. In den brutalen Kämpfen der Fußball-Ultraszene spürte er das Leben - und dachte, der Krieg im Donbass würde auch nach Regeln gespielt. Jahre später versteckt er sich in einer Kiewer Wohnung davor, für den großen Krieg eingezogen zu werden. Nicht einmal den Fußball erträgt er mehr, denn er ist seine Erinnerung an ein Glück, das er nicht mehr spüren kann: „In meinem Leben ist alles in Ordnung. Ich habe Internet, Fernsehen und manchmal sogar Sex.“ Ein Stück über die Angst und den Selbstbetrug in Zeiten des Krieges.

Hans Steinbichler (c) Jan Dufelsiek, Clemens Schick (c) Hannes Gade, Albert Ostermaier (c) Jochen Manz, Friedrich Ani (c) Susie Knoll, Mira Mazumdar (c) Christian Hartmann, Gerhard Lohmeyer (c) Martin Krug, Ruth Bohsung (c) Lukas Stüwe, Jakob Tögel (c) Joel Heyd